Archiv der Kategorie: Zeitungsberichte

„Kleine Chortage“ als Vorgeschmack

100 Jahre Chorverband Enz: Gruppen treten in Vaihingen auf. Die Jubiläumsfeier steht 2023 an.

Vaihingen (p). In diesem Jahr besteht der Chorverband Enz, dem mehr als 60 Vereine angehören, seit 100 Jahren. Einer der Höhepunkte der Jubiläumsfeierlichkeiten sollten die Chortage im Rahmen des „Internationalen Fests der Begegnung“ in Vaihingen sein. „Leider hinterließ Corona in vielen Gesangvereinen tiefe Spuren und die Chöre meldeten sich nur spärlich zur Teilnahme an“, heißt es in einer Pressemitteilung des Chorverbandes. Deshalb entschloss sich die Vorstandschaft des Verbandes, das Jubiläum im kommenden Jahr zu feiern.

Einige Chöre hatten sich jedoch angemeldet, vorbereitet und sich auf ihren Auftritt gefreut. Die musikalischen Verantwortlichen, Verbandschorleiter Thomas Ungerer und seine Stellvertreterin Dorothee Götz, wollten diesen Chören nicht absagen und somit war die Idee der „kleinen Chortage“ geboren. Somit präsentierten sich die zuletzt verbliebenen Chöre auf der Marktplatzbühne und boten den Gästen die Vielfältigkeit des Chorgesangs. „Mixed Generations“ aus Aurich und Chöre aus dem 40 Kilometer entfernten Gräfenhausen überzeugten mit ihren Darbietungen das Publikum und zeigten sich mal frech, bunt und spritzig, mal ruhig und leise, aber auch mit traditioneller Chorliteratur.

Allen stand in die Gesichter geschrieben, wie viel Spaß es ihnen machte, endlich wieder auf der Bühne zu stehen und singen zu können. So werden die „sehr kleinen Chortage“ als eine gute Werbung für den Chorgesang gesehen. Sie machen schon jetzt Lust auf die Jubiläums-Chortage des Chorverband Enz im kommenden Jahr, die in Vaihingen durchgeführt werden sollen.

(Quelle: VKZ vom 14.07.2022)

Und es bleibt die Frage: was ist mit der Singerei?

Aurich (rp). Der Gesangverein Eintracht Aurich hatte zur Mitgliederversammlung ins Sängerheim Kelter eingeladen, zu der unter Corona-Bedingungen einige Besucher und Mitglieder gekommen sind.

Die beiden Vorsitzenden Ute Zischka und Cornelia Lechermann berichteten von einem ereignisreichen Jahr 2019, in dem das erfolgreiche jährliche Singspiel der Auricher „Singschnecken“ und das Doppelkonzert der „Mixed Generations“ mit den „No Limit“ im Oktober die Höhepunkte waren. Die Sanierungsmaßnahmen in der historischen Kelter (Dämmung und Infrarotheizung) haben viel Zeit und Geld gekostet und stehen kurz vor dem Abschluss.

Der Chor probt auf dem Sportplatz! Seit Corona ist alles anders. So mussten die 49 Kinder der „Singschnecken“ ihre Proben ganz einstellen. Die Chorleiterin sieht sich außer Stande, sinnvoll und effektiv zu arbeiten. Der junge Chor probte draußen am Sportplatz und versucht nun im beginnenden Herbst, mit einem Hygienekonzept den Betrieb drinnen aufrecht zu erhalten. Die Absage des Vaihinger Weihnachtsmarktes in seiner bisherigen Form ist sehr bitter für den Verein, denn diese Einnahmen sind wichtig für die Vereinskasse. Ebenso wie die Einstellung der „Vereins-Altpapiersammlungen“ der AVL im nächsten Jahr. Für jeden Verein ist diese Nebeneinnahme wichtig und somit eine schlechte Entwicklung.

Am Ende gelingt Ortsvorsteherin Helga Eberle die überzeugende Entlastung der beiden Vorstände 2019 und 2020.

Es wurden dann Wahlen durchgeführt und mit großen Mehrheiten gewählt: Gerd Frankenhauser zum Kassierer und Matthias Noak zum Ausschussmitglied. Auch für die Jugendleitung und Jugendvertretung fanden sich zwei junge Frauen, Klara Kilpper und Ronja Decker, aus Aurich. Damit ist auch im Kinder- und Jugendbereich für Kontinuität gesorgt.

Die Vorsitzende ehrte einige langjährige Mitglieder, darunter ein 50-jähriges Mitglieds-Jubiläum und zwei für 40 treue Jahre.

(Quelle: VKZ vom 25.09.2020)

Zwei Chöre besingen ihre Freundschaft

In der Vaihinger Peterskirche geben Mixed Generations und No Limit am Wochenende zwei bestens besuchte Konzerte

Zwei Konzerte, beide vor vollem Haus in der Vaihinger Peterskirche: die Ensembles Mixed Generations und No Limit dürften mit dieser Resonanz mehr als zufrieden gewesen sein. Gemeinsam bestritten sie am Wochenende die beiden Konzerte, in deren Mittelpunkt die Freundschaft zwischen den Chören stand.

Vaihingen. „Gute Freunde kann niemand trennen“, hat Franz Beckenbauer einmal gesungen; so ein bisschen ist das auch mit den beiden Chören aus Aurich und Eberdingen, den Mixed Generations und No Limit. Beide Chöre verbindet seit 2012 eine enge Freundschaft, die, so Christian Euler, der gemeinsam mit Susanne Kilpper durch die beiden Konzerte führte, immer wieder durch gemeinsame Auftritte erneuert werde. Am Wochenende beispielsweise war es wieder so weit: Beide Chöre gastierten gemeinsam in der Vaihinger Peterskirche, unterstützt durch Benedikt Moser am Flügel und Armin Fischer am Schlagzeug.

Sie taten dies gleich zweimal mit dem inhaltlich identischen Konzert und beide Male, sowohl am Samstagabend als auch am späten Sonntagnachmittag, kamen die Zuhörer in großer Zahl. Sicherlich auch, weil beide Chöre einerseits einen großen Kreis an Sympathisanten haben – gerade die Mixed Generations sind ja gerne in der Peterskirche zu Gast und wurden dort schon oft begeistert gefeiert. Andererseits aber auch, weil das Programm klug aufeinander abgestimmt war und durch den Wechsel der Ensembles verschiedene Akzente setzen konnte.

Den ersten Teil der beiden Konzerte gestaltete vor allem der 1999 ins Leben gerufene junge Chor des Liederkranzes Eberdingen, No Limit, unter der Leitung von Stephan Bergdolt. Dessen Auftritt war eingebettet in zwei gemeinsam interpretierte Songs. Zunächst war es „Evening rise“, mit dem die Sänger das Konzert – verknüpft durch eine Art Choreografie – eröffneten. Vorne auf der Bühne stand nur eine kleine Gruppe im Halbdunkel. Alle anderen hatten sich über die Seitengänge und im hinteren Bereich des Raums verteilt und stimmten von dort aus nach und nach in den anfangs nur kleinen Chor mit ein. Ein besonderes akustisches Erlebnis für die Zuhörer, die inmitten der Sänger saßen und von allen Seiten in den Chorgesang eintauchen durften. No Limit wechselte dann als eigenständiges Ensemble nach vorne und wartete mit einer abwechslungsreichen Mischung auf: Da wollten sie unter anderem mit Tim Bendzko „Nur noch kurz die Welt retten“ oder erinnerten an Udo Lindenberg, der in einem seiner größten Hits die Liebe zu einer Cellistin besingt. Zwei Songs, dessen Inhalte auch die beiden Moderatoren geschickt aufgriffen, indem sie diese – übrigens nicht das einzige Mal – jeweils in Form kleiner Spielszenen einleiteten.

Der zweite Teil gehörte dann den Mixed Generations, einem Ensemble, das in den Reihen des Gesangvereins Aurich zuhause ist. 2004 als reiner Frauenchor gegründet, sind es inzwischen rund 30 Sängerinnen und Sänger, die unter der Leitung von Dorothee Götz immer wieder ein mit manch überraschendem Einfall gespicktes Programm präsentieren. In diesem Fall beispielsweise übernahm Bruno Seidner, einer der Sänger des Chores, bei „Don’t stop me now“ die Rolle des Beatboxers. Und Götz selbst griff wenig später in die technische Trickkiste, als sie live einen Loop, also eine wiederkehrende Soundschleife, kreierte und unter den Gesang des Chores legte: „Ain’t your Mama“, hier mit Danny Epple als Solistin am Mikrofon. Jazz-Sängerin und Vocal-Coach Dorothee Götz übernahm den Solopart später noch selbst bei „Let’s call the whole Thing off“, wie kurz darauf auch Sabrina Bramm („Operator“) sowie Matthias Noak und Astrid Netsch („Mash up“) die Frontsänger gaben.

In dieser Mischung und Zusammenstellung war es deshalb ein kurzweiliges, auch weil munter gehaltenes Konzert mit vielen bekannten Songs. Und am Ende des jeweils mit reichlich Beifall begleiteten Abends standen die beiden Ensembles dann wieder gemeinsam auf der Bühne und sangen: „What a wonderful World“, ein stimmungsvoller Ausklang.

(Quelle: VKZ vom 22.10.2019)

Neues Vorstandsteam im Gesangverein

Ute Zischka jetzt Vorsitzende in Aurich – Ein Neubeginn

Das neue Vorstandsteam (von links nach rechts): Klara Angermaier, Ute Zischka (1. Vorsitzende), Gerd Frankenhauser und Conni Lechermann (2. Vorsitzende)

Der Gesangverein Eintracht Aurich hat Mitte Juli zur außergewöhnlichen Mitgliederversammlung ins Sängerheim Kelter eingeladen, zu der zahlreiche Mitglieder kamen. Auf der kurzen Tagesordnung standen Neuwahlen des Vorstandes. Nach überraschenden Rücktritten der beiden Vorsitzenden Bruno Seidner und Laura Munzig traten Differenzen im Vorstand und Ausschuss zutage. Erst im März wurden auf einer erfolgreichen Mitgliederversammlung der Vorstand bestätigt, Auseinandersetzungen waren damals nicht absehbar. Nun räumen auch der Kassier Siegfried Wichtner und die Schriftführerin Karin Wichtner das unruhige Feld. Erfreulich ist, dass aus der Mitte des Chors „Mixed Generations“ Kandidaten geworben werden konnten, den altehrwürdigen Verein weiterzuführen. Schließlich hat der Verein zwei Kriege überlebt und mit der Sanierung der Kelter einen wichtigen Beitrag für das Dorf geleistet.

Mit großen Mehrheiten wurden gewählt:
Ute Zischka zur 1. Vorsitzenden, Conny Lechermann zur 2. Vorsitzenden,
Gerd Frankenhauser zum Kassier bis zur nächsten MV und Klara Angermaier zur neuen Schriftführerin. Sie kommt aus Schützingen und ist jüngstes Chormitglied. So stehen die Sterne gut für den Verein und man widmet sich mit neuer Konzentration und großer Zuversicht den nächsten Projekten. Am 19. und 20.10.2019 kehren die „Mixed Generations“ wieder mit großem Schwung auf die Bühne der Peterskirche zurück, diesmal gemeinsam mit dem Chor „No Limits“ vom Liederkranz Eberdingen. Und die weitere Sanierung des Probenraums (Heizung) wird Mitglieder und Freunde des Vereins voll in Anspruch nehmen.

Eine musikalische Schiffsreise an den Zuckerhut

Die Auricher Singschnecken unter der Leitung von Susanne Kilpper begeistern am Wochenende zweimal das Publikum in der Kelter

Aurich. „Die Seefahrt nach Rio“ – manch einer der Zuschauer erinnerte sich an das Singspiel von Heinz Geese mit launigen Versen aus der Feder von James Krüss und wunderte sich überrascht, was daraus geworden ist. „Alles andere, hört Ihr nun, hat mit dem Original nix mehr zu tun. Damit müsst ihr alle leben, Susanne war’s – so ist sie eben“, brachte es Sprecher Jörg Wiedersich gleich in seiner Einleitung auf den Punkt. Gemeint war Regisseurin Susanne Kilpper, die den Klassiker für die Auricher Singschnecken adaptiert hatte: humorvoll, schelmisch und immer mit einer Handbreit Verschmitztheit unterm Kiel. Nur der rote Faden war geblieben.

„Tolle Lotte“ hieß das Schiff, mit dem sich die Auricher Singschnecken – 50 Jungs und Mädchen im Kindergarten- und Grundschulalter – auf den Weg zu ihrem Traumziel Rio aufmachten. In seemännischem Look navigierten sie melodisch ihr Boot. Ihre Reise führte sie von Aurichtal über die Insel Witschi-Watschi-Wu (ein Schelm, wer dabei an die Südsee-Paradiese Fidschi und Vanuatu dachte) und Hawaii an den Zuckerhut, wo sie schließlich vor Anker gingen. Auf dem Weg dorthin erlebten sie so einige Abenteuer. Sie entdeckten einsame Eilande, bezwangen gewaltige Orkane, mussten mit zunehmendem Heimweh kämpfen – und zu Tschaikowskys russischem Tanz das Deck schrubben.

Finessenreich setzte Susanne Kilpper das Singspiel in Szene. Mit selbstgebastelten Windeffekten aus Pappscheiben, die dem Publikum fast täuschend echt den tobenden Sturm auf hoher See suggerierten und Regenmachern, die den Niederschlag live auf die Bühne brachten, verliehen die Kinder dem Stück seinen besonderen Charakter. Wogende Wellen? Kein Problem, wenn eine zündende Idee vorhanden ist: Die kleinen Akteure schlüpften unter ein blaues Tuch und bewegten sich wie der Ozean. Erleben mit allen Sinnen – das Motto der Regisseurin manifestierte sich auf unterschiedlichste Weise. Hoch konzentriert und dabei herrlich unbefangen gingen ihre Eleven zu Werke, manche stellten sich dichterisch vor: „Als Fahne dient der alte Teppich – ich bin Matrose Moritz Hettich.“ Fast greifbar war die unverkrampfte Freude der Kinder am Schauspielern zu spüren, leidenschaftlich-unerschrocken waren sie bei der Sache. Susanne Kilpper bietet ihnen jedes Jahr aufs Neue ein Forum, in dem sie ihr Talent zeigen können. „Mitunter werden verborgene Seiten hervorgelockt“, berichtete die Regisseurin, Choreografin und Drehbuchschreiberin in Personalunion. Musikerziehung ist für sie eine Kombination aus Schauspiel, Musik und Bewegung – ein Spiel, das ein freies Tun ermöglicht. „Sie haben gegenüber der schon sehr gelungenen Generalprobe nochmal eine Schippe drauf gelegt“, verriet Kilpper schmunzelnd am Rande der Veranstaltung.

Die Band um Thorsten Waibel (Klavier), Nils Mahler (Cachon), Hannah Franke (Oboe), Miriam Engelhardt (Querflöte) und Sigfried Wichtner an der Gitarre fanden stets den guten Ton für die richtige musikalische Untermalung. Pietro Runchina sorgte für den stimmigen Klang und die passenden Lichteffekte.

Auch das Publikum wurde Teil der Aufführung. Für das trauererfüllte Winken beim Ablegen der „Tollen Lotte“ verteilten die Kinder Papiertaschentücher. Bei der Schiffstaufe benetzte die kleine Namensgeberin mit Unterstützung von Susanne Kilpper die Zuschauer in den ersten Reihen mit feinem Regen aus der Wassersprühflasche. Am Ende wurden nochmals die Tücher gezückt, als „Lottchen“ den Heimathafen erreichte. Das Heimweh war verschwunden, denn trotz aller Abenteuer und Erlebnisse kamen die jungen Seeleute zu dem Schluss: Am schönsten ist’s zu Haus im Aurichtal. Kein Wunder, denn genau dort, in der Kelter, genossen sie ihren Erfolg – gefeiert vom begeisterten Publikum.

Für den perfekten Ausklang sorgten die Eltern mit Kaffee und einer Auswahl selbstgebackener Kuchen, die den Gaumen schon beim Anblick in vorfreudige Genuss-Stimmung versetzte.

Autor: Christian Euler